Wohlfühlmomente an einem ganz besonderen Erbstück!

Das Klavier war das Herzstück meines Vaters, das er geliebt hat und an dem er oft Entspannung gefunden hat.

Besonders heute empfinde ich es als Entspannung, wenn ich am Klavier sitzen  und spielen kann,

denn er wäre heute 95 Jahre alt geworden!

 

Heute ist ein ganz besonderer Tag für mich. Mein Vater wäre heute 95 Jahre alt geworden. Leider ist er schon viele Jahre tot  aber sein ganz persönliches Herzstück, sein Klavier steht heute bei mir. Mein Vater war ein begnadeter Klavierspieler, oft ohne Noten, einfach nach Gehör und Stimmung hat er stundenlang am Klavier verbracht.  Dann tauchte er ab in seine eigene Welt, in die Musik. Er hat immer erzählt, dass das seine Form der Entspannung ist. Mit der Musik  blieben Alltag und Stress hinter ihm und er schien weit, weit weg zu sein, wenn er spielte.

 

Als Kind konnte ich das noch nicht so richtig nachvollziehen. Aber ich habe es immer genossen, wenn er gespielt hat. Meine Stimmung hob sich sofort, wenn er sich hinsetzte und die Melodien aus seinen Fingern zu fließen schienen.

Wir haben zu Hause viel gesungen und musiziert, auch wenn ich es nicht über knapp 3 Jahre Klavierunterricht gebracht habe und eine faule Socke war , denn das Üben war nicht mein Ding. Also hörte ich mit dem Klavierspielen auf. Ich habe mir dann später selber Gitarrespielen beigebracht und später auch noch Hackbrett spielen, bleib der Musik also verbunden.

 

Nach dem Tod meiner Eltern vor einigen Jahren stand die Haushaltsauflösung meines Elternhauses an. Die Möbel konnte ich nicht behalten, denn wir waren ja selbst komplett eingerichtet. Aber das Klavier war etwas anderes. Für mich stand sofort fest, dass ich es behalten wollte. Und so beauftragte ich eine Spedition und meines Vater's liebstes Stück zog bei uns ein. Das war mir wirklich sehr wichtig damals, so wie mein Vater mir immer wichtig war.

Ich nahm "auf meine alten Tage" mit 50 Jahren noch einmal knapp 3 Jahre Klavierunterricht und spiele seitdem, nicht besonders gut, aber ganz besonders gerne.

Und ich merke, dass mich das Spielen genauso wie meinen Vater sehr entspannt. Es ist wunderschön, in die Musik einzutauchen und für kurze Momente den Alltag hinter sich lassen zu können. Und ich fühle mich meinem Vater nahe, wenn ich am Klavier sitze und spiele. Wichtig ist dabei nicht, was ich spiele, sondern dass ich spiele.

 

Wochenlang konnte ich nicht spielen, denn 'das hohe G' funktionierte nicht mehr und ich konnte meinen Klavierstimmer nicht erreichen. Diese Woche endlich konnte er kommen, hat das Klavier gestimmt und das G wieder zum Klingen gebracht. Und heute konnte ich endlich wieder die "Morgenstimmung" von Edvard Grieg spielen, eines seiner Lieblingsstücke!