Ausgebremst: Schmerz und Frust statt Erholung

 

Er hatte so schön angefangen, unser Winterurlaub in den Bergen! Ein toller Skitag an Heiligabend, schöne Weihnachtsfeiertage im Kreis der Familie und ein fröhliches Wiedersehen mit Freunden.

 

Aber dann wachte ich eines Morgens auf und hatte das Gefühl, mich irgendwie verlegen zu haben. Die rechte Schulter und der rechte Arm zwickten ein bisschen. Das ist nun noch nichts wirklich Aussergewöhnliches, so was passiert schon mal, dachte ich. Vielleicht ein wenig Zug bekommen, oder so. Nach ein paar Minuten wurde es ein bisschen besser und ich fing an, mich ganz normal in der Wohnung zu bewegen.

Leider hielt der vermeintliche Friede nicht lange und es entstand ein nicht-enden-wollender Schmerz, der den gesamten rechten Arm erfasste. Die beiden kleinen Finger fingen an, taub zu werden und meine inneren Alarmglocken standen auf "Sturm". Das ging ja definitiv gar nicht!

 

 

Ein Besuch beim ortsansässigen Arzt machte mich um ein paar Euro ärmer, da er sein Honorar direkt verlangte und um ein paar Schmerzmedikamente "reicher", die ich von ihm verschrieben bekommen habe. Natürlich werde ich die Kosten von meiner Krankenkasse wieder bekommen und die Notwendigkeit der Schmerzmittel lag auch auf der Hand.

 

Eigentlich gehöre ich ja nicht zum wehklagenden Teil der Bevölkerung, aber bei den Schmerzen lief mir doch die eine oder andere Träne die Wange runter, das war wirklich höllisch.

 

Zu diesem Zeitpunkt war mir aber noch nicht wirklich bewusst, was dieser Schmerz für mich bedeutete. Erst nach meinem zweiten Besuch in der Arztpraxis ein paar Tage später wurde mir langsam aber sicher klar, dass ich in diesem Urlaub wahrscheinlich nicht mehr zum Skifahren kommen werde. Denn inzwischen äusserte der Doc den Verdacht, dass es sich um einen Bandscheibenvorfall handeln könnte.

 

Also musste ich mich "gedopt bis oben hin" mit dem Unvermeidlichen abfinden: Couch statt Schnee und Schoko statt Sport .

 

Jeder Blick aus dem Fenster gab mir einen Stich und die begeisterten Berichte meiner Familie über tolle Tage auf der Piste zogen mich noch ein wenig tiefer in ein Loch. Natürlich freute ich mich auch von ganzem Herzen, dass die Anderen das tolle Wetter genießen konnten, aber mein Uraubsplan sah natürlich ganz anders aus.

 

Die Tage vergingen, mein Arm war dank des Dopings einigermaßen ruhig gestellt, aber die Medikamente mit ihren Nebenwirkungen machten mich müde und der Frust endete immer öfter vor den Süssigkeiten. Weg war meine konsequente Ernährung und das Fazit des Urlaubs:

weiterhin keine Klarheit über die Schmerzursache, denn seit gestern Abend weiss ich, dass es kein Bandscheibenvorfall ist, dafür weiterhin Doping und satte 6 kg mehr auf der Waage als noch vor dem Urlaub.


 

Nein, keine Angst: ich werde nicht aufgeben! Ich werde weiter kämpfen um mein großes Ziel, aber ich werde eine gehörige Portion Energie aufbringen müssen, um wieder in die Spur zu kommen, wenn ich denn wieder kann, wie ich will und mein Arm mitspielt!