Ein paar Tage Zingst - Höhen und Tiefen

Urlaub mit Freunden, schon lange vorher hatten wir uns auf die gemeinsamen Tage gefreut.

Aber manchmal kommt es dann doch anders, als man denkt.

Einer unserer Freunde möchte künftig nicht mehr bei gemeinsamen Urlauben dabei sein.

Ein weinendes Auge findet das sehr schade, das andere Auge sieht die notwendige Akzeptanz als Selbstschutz.

 

Seit zwölf Jahren ein eingefleischtes Team, so dachten wir. Alle zwei Jahre ein gemeinsamer Urlaub auf einer Insel, das war das Ziel. Dieses Mal stand zwar mit Zingst "nur" eine Halbinsel auf dem Programm, aber das sollte unserer Stimmung keinen Abbruch tun, so der Plan.

Wie immer machten wir im Vorfeld Pläne. Alle zusammen naturinteressiert und fotoaffin wollten wir gemeinsam die Natur genießen. Es fing auch gut an, denn das Wetter war gleich von Anfang an herrlich. Mit Fahrrädern und Fotoapparaten "bewaffnet" machten wir uns auf den Weg.

 

Es gab unglaublich schöne Natur zu sehen, atemberaubende Momente mit Küste, Wind und Wetter hielten uns in ihrem Bann. Die Seele baumeln lassen, war eigentlich der Plan.

Alles hätte eigentlich so schön sein müssen, wie in den Jahren vorher. Aber es schlichen sich Misstöne innerhalb der Gruppe ein, mit denen wir vorher nicht gerechnet hatten. Ein Freund, der aufgrund einer Erkrankung seit Jahren psychisch angeschlagen ist, fing vermehrt an, in den unterschiedlichsten Momenten seinen plötzlichen Unmut über vermeintliche Ärgernisse zu äußern. Wir konnten seine Reaktionen nicht nachvollziehen, sagten aber nichts dazu. Widerworte hatten in der Vergangenheit nur zu unsäglichen Zornausbrüchen seinerseits geführt. Meistens hatte sich sein Ärger in der Vergangenheit innerhalb kürzester Zeit wieder gelegt.

 

Nicht dieses Mal: an einem Abend hat er uns mitgeteilt, dass es das nächste Mal nicht wieder mit uns mitfahren möchte. Wir waren wie vor den Kopf geschlagen!

Den Rest unserer gemeinsamen Tage war die Stimmung bei allen merklich gedämpft, kein Wunder. Ich würde natürlich am liebsten weiterhin mit allen zusammen wegfahren. Aber ich muss auch zugeben, dass mich die unberechenbaren Wutausbrüche ziemlich irritiert haben. Das erhöht nicht gerade meinen Wohlfühleffekt, sonsern löst Stress aus. Stress ist aber so gar nicht das, was ich im Urlaub haben möchte, dabei kann ich mich nicht erholen.

 

Deshalb muss ich lernen, loszulassen! Eine gesunde Portion Selbstschutz gehört zum Wohlfühlen dazu. Situationen, die Stress vorprogrammieren, schaden mir auf meinem Weg zu mehr Gesundheit. Also muss ich mich von manchen harmonie-geprägten Träumen verabschieden, die mir nicht guttun! Nicht ganz einfach, wie ich zugeben muss!